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Notation lesen

Versetzungszeichen: Kreuz, b und Auflösungszeichen

Ein Versetzungszeichen steht vor einer Note und verändert ihre Tonhöhe um einen Halbton. Das Kreuz erhöht, das b erniedrigt, das Auflösungszeichen hebt beides auf. Es gilt bis zum Ende des Taktes und nur für die eigene Linie oder den eigenen Zwischenraum.

Vorzeichen und Versetzungszeichen — zwei Wörter, zwei Reichweiten

Die Vorzeichen stehen am Anfang jeder Notenzeile und gelten für das ganze Stück, bis sie wechseln. Ein Versetzungszeichen steht mitten im Takt, betrifft eine Note und verfällt am Taktstrich. Beschrieben wird dieselbe Veränderung, unterschiedlich ist allein die Reichweite.

In F-Dur steht ein b in den Vorzeichen, deshalb werden die b-Töne innerhalb der Takte nicht ausgeschrieben — sie sind bereits gemeint. Erscheint dagegen ein h mit Auflösungszeichen, ist das ein Ereignis: meist ein vorübergehender Ausflug aus der Tonart, den man hören und nicht bloß greifen sollte.

Kreuz und b

Das Kreuz erhöht die Note um einen Halbton: Fis liegt auf der Gitarre einen Bund über F, auf dem Klavier eine Taste rechts daneben. Das b erniedrigt um einen Halbton, deshalb liegt B links neben H. Geschrieben wird das Zeichen vor dem Notenkopf, gesprochen nach dem Tonnamen.

⚠️ Im Deutschen kommt eine Eigenheit dazu: das erniedrigte H heißt B, und das unveränderte H heißt eben H — nicht B wie im Englischen. Wer englische Tabellen liest, muss diese Verschiebung mitdenken, sonst wird aus B flat versehentlich unser H.

Das Auflösungszeichen

Das Auflösungszeichen hebt ein Kreuz oder ein b auf und gibt der Note ihren schlichten Namen zurück. Gebraucht wird es in zwei Fällen: wenn früher im Takt ein Versetzungszeichen steht, das noch wirkt, und wenn die Vorzeichen selbst die Erhöhung oder Erniedrigung liefern.

Der zweite Fall führt am häufigsten in die Irre. In G-Dur ist jedes F ein Fis, weil die Vorzeichen es so bestimmen, und nur ein Auflösungszeichen fordert die weiße Taste zurück. Das Zeichen senkt die Note nicht per Definition — es nimmt eine Veränderung weg, und ob das tiefer oder höher klingt, hängt davon ab, was aufgehoben wird.

Doppelkreuz und Doppel-b

Das Doppelkreuz erhöht um zwei Halbtöne und wird als kleines x geschrieben. Fisis klingt wie G, heißt aber nicht G: es erscheint dort, wo die Harmonie ein F irgendeiner Art verlangt, typischerweise als Leitton in gis-Moll. Das Doppel-b erniedrigt entsprechend um zwei Halbtöne.

Die Zeichen wirken exotisch und folgen derselben Regel wie alles andere: Jeder Tonbuchstabe behält seinen Platz in der Leiter. Schriebe man Fisis als G, stünden zwei G nebeneinander und kein F mehr da, und der notierte Akkord passte nicht mehr zum klingenden.

Wie lange ein Versetzungszeichen gilt

Es gilt von seiner Stelle bis zum Ende des Taktes und nur auf derselben Linie. Der Taktstrich hebt es auf — außer ein Haltebogen führt die Note darüber hinaus: die gebundene Note behält die Veränderung, die neu angeschlagene nicht.

Wo sich leicht verlesen lässt, setzen Herausgeber ein Warnungszeichen in Klammern, etwa nach einem Takt voller Kreuze. Musikalisch ändert es nichts und steht nur da, damit niemand stockt.

Häufige Fragen

Hören, was ein Zeichen bewirkt

Schreiben Sie einen Takt im Studio, setzen Sie ein Kreuz vor eine Note und hören Sie, wie sich der Akkord darunter verändert. Einen Halbton erkennt das Ohr schneller, als die Regel ihn erklärt.