Rhythmus lesen
Notenwerte: wie lange jede Note klingt
Ein Notenwert sagt, wie lange ein Ton dauert, und nichts über seine Höhe. Die ganze Note ist das Maß, das alle anderen teilen: zwei halbe Noten gehen hinein, vier Viertelnoten, acht Achtelnoten, sechzehn Sechzehntelnoten. Für die Stille gilt dasselbe System, dort heißen die Zeichen Pausen.
Die Notenwerte im Überblick
Jeder Wert ist halb so lang wie der darüber. Im Viervierteltakt füllt die ganze Note den Takt, die halbe Note zwei Zählzeiten, die Viertelnote eine, die Achtelnote eine halbe, die Sechzehntelnote eine viertel Zählzeit. Das Aussehen verrät den Wert: leerer Notenkopf ohne Hals ist ganz, leerer Kopf mit Hals halb, ausgefüllter Kopf mit Hals ein Viertel, und jedes Fähnchen oder jeder Balken halbiert weiter.
Deshalb funktioniert das Zählen in jedem Stück gleich. Wer einmal begriffen hat, dass vier Sechzehntel in eine Viertel passen, liest auch einen unbekannten Takt ohne Rechnerei — die Balken gruppieren die Noten bereits nach Zählzeiten.
Pausenzeichen und Pausenwerte
Eine Pause ist gemessene Stille, und zu jedem Notenwert gehört ein eigenes Pausenzeichen. Die ganze Pause hängt unter der vierten Linie, die halbe Pause liegt auf der dritten, die Viertelpause sieht aus wie ein Zickzack, Achtel- und Sechzehntelpausen bekommen Fähnchen wie ihre Noten.
Anfänger spielen über Pausen hinweg oder kürzen sie ab. Die Pause laut mitzuzählen — mit denselben Zahlen wie eine Note gleicher Länge — hilft schneller als jeder Hinweis, genauer auf die Noten zu schauen.
Punktierte Note und Haltebogen
Durch Halbieren allein kommt man nie auf drei Zählzeiten, dafür gibt es zwei Mittel. Der Punkt hinter einer Note verlängert sie um die Hälfte ihres eigenen Wertes: die punktierte halbe Note dauert drei Zählzeiten, die punktierte Viertelnote anderthalb. Der Haltebogen verbindet zwei Noten gleicher Tonhöhe zu einem längeren Ton und darf dabei über den Taktstrich reichen, was der Punkt nicht kann.
Punktierte Viertel plus Achtel ist der häufigste Rhythmus der Popmusik. Wer ihn als eine Geste hört statt als zwei Zählvorgänge, bekommt einen großen Teil des Repertoires geschenkt.
Wie die Taktart die Rechnung ändert
Notenwerte sind relativ, nicht absolut. Im Viervierteltakt ist die Viertelnote die Zählzeit, im Sechsachteltakt ist es die punktierte Viertel, und gezählt wird in Achteln. Die untere Zahl der Taktart benennt genau den Wert, der die Zählzeit bekommt — dieselbe geschriebene Note bedeutet in verschiedenen Taktarten Verschiedenes.
Das Tempo ist noch einmal etwas anderes. Eine Viertelnote bei 60 Schlägen pro Minute dauert eine Sekunde, bei 120 eine halbe. Die Notation legt die Verhältnisse zwischen den Tönen fest, das Tempo entscheidet, wie schnell diese Verhältnisse ablaufen.
Notenwerte-Tabelle und lautes Zählen
Eine Tabelle der Notenwerte hilft am Anfang, aber sie ersetzt das Zählen nicht. Ganze vier, halbe zwei, Viertel eins, Achtel ein halbes, Sechzehntel ein viertel — die Zahlen stehen schnell im Kopf, während die Hand sie noch nicht kann.
Deshalb gehört das laute Mitzählen dazu: eins-und-zwei-und für Achtel, eins-e-und-e für Sechzehntel. Wer eine Phrase erst klatscht und dann spielt, verliert die langen Noten nicht und hetzt die kurzen nicht.
Häufige Fragen
Notenwerte hören statt rechnen
Schreiben Sie ein paar Takte im Studio, ersetzen Sie eine Viertel durch eine punktierte Viertel und hören Sie, was mit der Phrase geschieht. Rhythmus lernt das Ohr schneller als der Kopf.