Quintakkord (3 Töne)
Q3
0 - 7 - 14Stacked perfect 5ths
Über Quintakkord (3 Töne)
Der dreitönige Quintenakkord schichtet zwei reine Quinten: über C sind das c, g und d. Er ist das Gegenteil des Quartenakkords in Bau und Wirkung — geschichtete Quarten schweben, geschichtete Quinten sind der festeste Klang der Musik, und Komponisten nutzen ihn seit zwei Jahrhunderten für weite Räume.
Töne und Aufbau
Die Formel lautet 0 – 7 – 14 in Halbtönen: von c nach g sieben, von g nach d weitere sieben. In eine Oktave gefaltet ergeben sich c, d und g — ein sus2-Akkord, der ausgebreitet allerdings nicht so klingt.
Ohne Terz bleibt der Akkord ohne Tongeschlecht, doch hier entsteht daraus keine Unbestimmtheit: Die Quinte ist nach der Oktave das stabilste Intervall, und zwei davon übereinander wirken wie eine Feststellung.
Griffe
Auf der Gitarre verlangt x-3-5-7-x-x eine offene Hand und klingt am besten, wenn die Saiten frei ausklingen. Das Ausbreiten ist wesentlich: eng gegriffen wird daraus ein gewöhnlicher sus2.
Am Klavier gehören die Hände weit auseinander — Grundton tief, Quinte in der Mitte, zweite Quinte darüber. Diese Lage erzeugt den Eindruck von Weite, den man mit Landschaft verbindet.
Quintparallelen, einst verboten
Der klassische Satz verbietet parallele Quinten zwischen Stimmen, weil sie deren Selbständigkeit aufheben; zwei Linien verschmelzen zu einer Fläche. Genau das ist hier erwünscht.
Was im vierstimmigen Satz als Fehler gilt, wird in der Musik des zwanzigsten Jahrhunderts zum Mittel. Regel und Umkehrung beschreiben denselben akustischen Vorgang und unterscheiden sich nur in der Absicht.
Wo er vorkommt
In Orchestermusik und Filmmusik, in Bordunklängen der Volksmusik und überall dort, wo Weite ohne Tongeschlecht gefragt ist. Der Dudelsack und die Drehleier bauen auf demselben Prinzip.
Gesucht wird auch dieser Akkord im Deutschen nicht — er steht der Vollständigkeit halber im Katalog. Wer den Klang sucht, sucht meist über das Instrument oder den Stil und nicht über den Akkordnamen.
In der Bandpraxis
Im Zusammenspiel entsteht der Klang oft von selbst: Der Bass spielt den Grundton, die Gitarre eine Quinte, das Keyboard eine weitere. Niemand greift dann einen Quintenakkord, und trotzdem erklingt er.
Genau so kommt er in Aufnahmen am häufigsten vor. Ausgeschrieben findet man ihn fast nur in Partituren, in denen jede Stimme festgelegt ist.
Häufige Fragen
Welche Töne hat der dreitönige Quintenakkord?
c, g und d — zwei reine Quinten übereinander. Auf der Gitarre x-3-5-7-x-x.
Ist das dasselbe wie ein sus2?
In eine Oktave gefaltet ja; ausgebreitet klingt er anders. Die Lage bestimmt den Charakter.
Wo wird er verwendet?
In Orchester- und Filmmusik sowie in Bordunklängen der Volksmusik.