Übermäßiger Dreiklang
aug
0 - 4 - 8Root + major 3rd + augmented 5th
Über Übermäßiger Dreiklang
Der übermäßige Dreiklang besteht aus zwei großen Terzen übereinander: über C sind das c, e und gis, geschrieben C+ oder Caug. Ihm fehlt die reine Quinte, und damit fehlt ihm jeder Halt — er ist der unruhigste Dreiklang, und seine Aufgabe in der Musik ist immer der Übergang.
Töne und Aufbau
Die Formel lautet 1 – 3 – #5, in Halbtönen 0 – 4 – 8. Zwei gleich große Terzen ergeben zwischen den Außentönen eine kleine Sexte statt der Quinte, die Dur- und Molldreiklang zusammenhält.
Der Bau ist symmetrisch, und daraus folgt etwas Merkwürdiges: Alle Umkehrungen von C+ sind wieder übermäßige Dreiklänge. c–e–gis, e–gis–c und gis–c–e haben dasselbe Intervallmuster, und das Ohr kann den Grundton nicht bestimmen.
Es gibt nur vier davon
Da jeder übermäßige Dreiklang die Oktave in drei gleiche Teile teilt, enthalten C+, E+ und Gis+ dieselben Töne. Damit bleiben insgesamt vier verschiedene übrig — gegenüber je zwölf Dur- und Molldreiklängen.
Praktisch heißt das: Jeder solche Akkord lässt sich auf drei Arten deuten, je nachdem, was folgt. Es ist dieselbe Ökonomie wie beim verminderten Septakkord, und sie hat denselben Grund.
Die chromatische Mittelstimme
Am häufigsten steht er in einer Folge von vier Akkorden: C, C+, C6, C7. Eine Innenstimme steigt in Halbtönen — g, gis, a, b —, während der Rest liegen bleibt.
Diese Wendung zieht sich durch Chanson, Schlager und Filmmusik des zwanzigsten Jahrhunderts. Wer sie hört, erkennt den übermäßigen Dreiklang als Brücke und nicht als eigenständigen Klang.
Als Dominante
Die zweite Verwendung ist der Ersatz der Dominante: G+ statt G vor C. Die erhöhte Quinte wird zum Leitton auf die Terz des Zielakkords, und die Auflösung klingt schärfer als gewohnt.
Außerhalb dieser beiden Rollen kommt er allein selten vor. Meist ist er Teil eines größeren Akkords — etwa C7#5 — oder ein Augenblick in der Stimmführung, kein Ort, an dem Musik verweilen kann.
Griff und Notation
Auf der Gitarre ist C+ als x32110 zu greifen: aus dem offenen C-Dur die dritte Saite um einen Halbton höher. Der Tausch kostet einen Finger, weshalb der Akkord in Begleitungen oft auftaucht, ohne benannt zu werden.
Geschrieben wird er als C+, Caug oder C(#5). Vorsicht bei älteren Ausgaben aus dem englischen Sprachraum: Dort steht ein Pluszeichen gelegentlich für die große Septime, und der Zusammenhang muss entscheiden.
Häufige Fragen
Welche Töne hat der übermäßige Dreiklang über C?
c, e und gis — zwei große Terzen übereinander. Auf der Gitarre x32110.
Warum gibt es nur vier übermäßige Dreiklänge?
Weil jeder die Oktave in drei gleiche Teile teilt: C+, E+ und Gis+ enthalten dieselben Töne.
Wo wird er verwendet?
Als Durchgang zwischen Dreiklang und Sexte oder Septime — C, C+, C6, C7 — und als Ersatz der Dominante.