Dominantseptakkord ohne Quinte
7no5
0 - 4 - 10Root + major 3rd + minor 7th (shell voicing, omit 5th)
Über Dominantseptakkord ohne Quinte
Der Dominantseptakkord ohne Quinte ist ein dreitöniger Akkord: über C sind das c, e und b, geschrieben C7(omit5). Das ist keine Vereinfachung für Anfänger, sondern die Lage, die Berufsmusiker tatsächlich greifen — die Quinte trägt in einer Dominante keine Information, und ohne sie wird Platz frei für alles, was Information trägt.
Töne und Aufbau
Die Formel lautet 1 – 3 – b7, in Halbtönen 0 – 4 – 10. Der Tritonus zwischen Terz und Septime bleibt unangetastet, und er allein macht die Dominante aus.
Drei Töne genügen, und es bleibt Raum. Wer will, setzt eine None oder eine Tredezime darüber — so entstehen die vierstimmigen Lagen des Jazz und der modernen Unterhaltungsmusik.
Warum die Quinte entbehrlich ist
Weil sie nichts unterscheidet. Jede Dominante hat eine reine Quinte, also sagt ihr Klang nichts darüber aus, welcher Akkord gerade erklingt; Terz und Septime dagegen bestimmen Funktion und Tonart sofort.
Diese Regel gilt für die ganze Familie: In Akkorden ab fünf Tönen fällt die Quinte zuerst weg. Dieser Akkord benennt lediglich eine Praxis, die ohnehin überall geübt wird.
Griffe
Auf der Gitarre gibt x-3-2-3-x-x genau die drei Töne. Am Klavier übernimmt die linke Hand den Grundton, die rechte greift nur e und b — die zweistimmige Lage, Grundlage jeder Begleitung im Jazz.
Spielt eine Band mit Bass, kann auch der Grundton entfallen. Übrig bleiben zwei Töne, der bloße Tritonus, und der Akkord bleibt erkennbar: Der Bassist liefert den Grundton, das Übrige bleibt frei.
Wo er notiert wird
In Arrangements, in denen der Bearbeiter genau diese drei Töne will, meist um Verdopplungen mit anderen Stimmen zu vermeiden. In Liedgriffschriften steht dagegen C7, und die Auslassung übernimmt der Spieler.
Wer eine Bezifferung mit omit5 findet, hält also eine Partitur in der Hand, kein Liederbuch. Für die Begleitung ändert sich nichts — die Praxis war schon vorher dieselbe.
Im Zusammenspiel
Spielt eine Band mit Bass, darf auch der Grundton entfallen: Terz und Septime allein bleiben eindeutig, solange der Bass die Stufe angibt. Diese zweistimmige Lage ist im Jazz Standard und macht die Begleitung durchsichtig.
Für den Gitarristen heißt das, statt sechs Saiten zwei zu spielen. Das klingt zunächst nach zu wenig und ist im Bandklang fast immer genau richtig.
Häufige Fragen
Welche Töne hat C7 ohne Quinte?
c, e und b. Auf der Gitarre x-3-2-3-x-x.
Warum darf die Quinte fehlen?
Weil sie keine Dominante von einer anderen unterscheidet. Terz und Septime bestimmen die Funktion allein.
Ist das eine vereinfachte Fassung?
Nein. Es ist die übliche Lage im professionellen Spiel und schafft Raum für None und Tredezime.