Durdreiklang
0 - 4 - 7Root + major 3rd + perfect 5th
Über Durdreiklang
Der Durdreiklang besteht aus Grundton, großer Terz und reiner Quinte: über C sind das c, e und g, geschrieben schlicht C. Er ist der Bezugsklang der abendländischen Harmonik — der Akkord, mit dem alle anderen beschrieben werden, und der einzige, den das Ohr als neutral hört.
Töne und Aufbau
Die Formel lautet 1 – 3 – 5, in Halbtönen 0 – 4 – 7. Zuerst eine große Terz aus vier Halbtönen, dann eine kleine aus dreien: c nach e, e nach g. Vertauscht man die Reihenfolge der Terzen, entsteht der Molldreiklang.
Die drei Töne treffen fast genau das Verhältnis 4:5:6, also die ersten verschiedenen Teiltöne einer schwingenden Saite. Deshalb verschmilzt der Durdreiklang zu einem Klang, statt nach drei Tönen zu klingen, und deshalb kann er ein Stück beenden, ohne etwas offenzulassen.
Die drei Hauptfunktionen
In Dur stehen Durdreiklänge auf der ersten, vierten und fünften Stufe: in C-Dur sind das C, F und G. Die deutsche Funktionslehre nennt sie Tonika, Subdominante und Dominante und beschreibt mit diesen drei Namen den größten Teil der Liedharmonik.
Die Kadenz T – S – D – T ist die Grundform, aus der sich das meiste ableitet. Wer sie kennt, kann die Akkordfolge vieler Volkslieder und Choräle vorhersagen, bevor er sie gehört hat.
Umkehrungen: Sextakkord und Quartsextakkord
Dieselben drei Töne lassen sich auf drei Arten schichten: c–e–g in Grundstellung, e–g–c als Sextakkord und g–c–e als Quartsextakkord. Der Akkord behält Namen und Funktion; es ändert sich der Bass.
Diese Namen sind wichtig, weil sie leicht missverstanden werden: Ein Sextakkord ist die erste Umkehrung des Dreiklangs und nicht ein Akkord mit hinzugefügter Sexte. Letzterer heißt C6 und ist ein anderer Klang. Die Akkordschrift schreibt die Umkehrung stattdessen mit Schrägstrich: C/E.
Griffe und das CAGED-System
C-Dur offen ist x32010. Zusammen mit A (x02220), G (320003), E (022100) und D (xx0232) bildet der Griff das CAGED-System: Jede dieser fünf Formen ergibt, mit Barré verschoben, denselben Akkord an fünf Stellen des Griffbretts.
Am Klavier sind es in C drei weiße Tasten, und der Abstand lässt sich auf jeden Grundton übertragen, indem man zählt: vier Halbtöne, dann drei.
Dur heißt nicht fröhlich
Die Gleichsetzung von Dur mit heiter und Moll mit traurig ist eine Konvention des neunzehnten Jahrhunderts und keine Eigenschaft der Töne. Trauermärsche in Dur und Tanzmusik in Moll gibt es reichlich.
Was sich beschreiben lässt, ist der akustische Befund: Der Durdreiklang verschmilzt stärker und wirkt deshalb geschlossener. Alles Weitere entsteht aus Tempo, Text, Lage und Gewohnheit.
Häufige Fragen
Welche Töne hat der Akkord C?
c, e und g — Grundton, große Terz und reine Quinte. Auf der Gitarre x32010.
Was ist ein Sextakkord?
Die erste Umkehrung des Dreiklangs, also e–g–c über C. Ein Akkord mit hinzugefügter Sexte ist etwas anderes und heißt C6.
Was bedeutet C/E in Griffschrift?
C-Dur mit e im Bass, also die erste Umkehrung. Die Töne bleiben gleich, der tiefste wechselt.