Dur-Sextakkord
6
0 - 4 - 7 - 9Major + major 6th
Über Dur-Sextakkord
Der Dur-Sextakkord ist ein Durdreiklang mit hinzugefügter Sexte: über C sind das c, e, g und a, geschrieben C6. Vier Töne ohne Septime, also ohne jede Spannung — und zugleich der Akkord, bei dem die deutsche Harmonielehre und die Akkordschrift dasselbe Wort für zwei verschiedene Dinge benutzen.
Achtung: Sextakkord heißt in der Harmonielehre etwas anderes
Im Musikunterricht ist ein Sextakkord die erste Umkehrung eines Dreiklangs — c–e–g mit e im Bass, im Generalbass mit einer 6 beziffert. Von einer hinzugefügten Sexte ist dabei keine Rede; die Zahl beschreibt den Abstand zwischen Bass und dem versetzten Grundton.
Die Akkordschrift meint mit C6 dagegen immer vier Töne in Grundstellung, mit a darüber. Wer zwischen Harmonielehre und Griffschrift wechselt, muss beide Bedeutungen kennen — welche gilt, entscheidet die Umgebung: Notenbild oder Akkordsymbol.
Töne und Aufbau
Die Formel lautet 1 – 3 – 5 – 6, in Halbtönen 0 – 4 – 7 – 9. Die Sexte steht einen Ganzton über der Quinte und ist der einzige hinzufügbare Ton, der mit keinem der drei anderen reibt.
Ohne Septime bleibt der Akkord in Ruhe. Genau darin unterscheidet er sich von Cmaj7: Beide erweitern den Dreiklang, aber die große Septime glänzt und streift den Grundton, während die Sexte nur füllt.
Dieselben Töne wie Am7
c, e, g und a sind die Töne von Am7 in anderer Reihenfolge. Was die beiden trennt, ist der Bass: Mit c unten hört man C6, mit a unten Am7.
Das hat unmittelbaren praktischen Nutzen. Dieselbe Gitarrenform bedient zwei Stufen, und ein Bassist, der von c nach a geht, wechselt den Akkord, ohne dass die Begleitung etwas ändert.
Als Schlussklang
Ein Stück auf C6 zu beenden gibt denselben Abschluss wie der Dreiklang, ohne dessen Übungscharakter. Die Praxis kommt aus dem Jazz der vierziger Jahre und ist von dort in Unterhaltungsmusik und Filmmusik gewandert.
Auch innerhalb eines Stückes taugt er als erweiterte Tonika über längere Strecken. Und in älterer Unterhaltungsmusik steht er als Durchgang zwischen Grundakkord und Zwischendominante: C, C6, C7, F ist eine Wendung, die jeder Begleiter kennt.
Griffe
Auf der Gitarre ist C6 als x32210 zu greifen, ohne Quinte: c, e, a, c, e. Der Griff entsteht aus dem offenen C-Dur durch einen zusätzlichen Finger auf der dritten Saite.
Am Klavier lässt man die Quinte ebenfalls weg und legt Terz, Sexte und Grundton in die rechte Hand. Kommt die None hinzu, entsteht C6/9 — der Schlussakkord, den moderne Arrangements dem schlichten Dreiklang fast immer vorziehen.
Häufige Fragen
Welche Töne hat C6?
c, e, g und a. Auf der Gitarre x32210, meist ohne Quinte.
Ist C6 dasselbe wie die erste Umkehrung von C-Dur?
Nein. In der Akkordschrift ist C6 ein Durdreiklang mit hinzugefügter Sexte; in der Harmonielehre bezeichnet Sextakkord die erste Umkehrung.
Warum haben C6 und Am7 dieselben Töne?
Weil c–e–g–a umgestellt a–c–e–g ergibt. Der Bass entscheidet, welchen Akkord das Ohr hört.