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Add-Akkorde

Akkorde in dieser Gruppe: 11

Ein Add-Akkord nimmt einen Dreiklang und fügt einen Ton hinzu, ohne eine Septime hinzuzufügen. In dieser Unterscheidung liegt die ganze Kategorie: mit Septime beginnt der Akkord irgendwohin zu ziehen, ohne sie bleibt er genau dort, wo er ist. Add-Akkorde geben Farbe, ohne eine Verpflichtung einzugehen.

Was add tatsächlich heißt

Cadd9 ist c, e, g und d — ein Durdreiklang plus None. Es gibt kein b, und darin liegt der Unterschied zu C9, einem Dominantakkord mit Septime. Das Wort add steht genau dafür, dass sonst nichts mitgekommen ist.

Dieselbe Logik ergibt add2, add11 und add♯11 sowie die Mollfassungen davon. Sextakkorde gehören ebenfalls hierher: C6 fügt eine Sexte und keine Septime hinzu, C6/9 fügt Sexte und None hinzu.

Die Lage entscheidet den Namen

Cadd9 und Cadd2 enthalten dieselben Töne. Der Unterschied liegt darin, wo der hinzugefügte steht: neben dem Grundton reibt er, eine Oktave höher hellt er nur auf. Das Symbol sagt dem Spieler, was gemeint war.

Am wichtigsten ist das bei Mollakkorden. Cm(add2) setzt eine Sekunde einen Halbton neben die kleine Terz und klingt absichtlich schroff; Cm(add9) legt eine Oktave dazwischen und klingt offen. Ein Ton, zwei völlig verschiedene Akkorde.

Die Griffe, die sie bekannt gemacht haben

Cadd9 ist x32033: die C-Form mit zwei Fingern im dritten Bund. Gadd9 (3x0203), Eadd9 (022102) und Aadd9 (x02420) klingen auf leeren Saiten, und dieses Klingen ist die Signatur akustischen Songwritings.

Keiner davon ist schwerer als der Akkord, aus dem er entsteht. Zu einem guten Teil deshalb haben sie sich verbreitet: gefunden wurden sie, indem ein Finger liegen blieb, nicht durch Harmonielehre.

Sextakkorde sind die ältere Hälfte

Bevor maj7 zum üblichen Ruheakkord wurde, beendete C6 ein Stück: voll und zugleich endgültig, weil keine große Septime zum Grundton zieht. Big-Band-Arrangements schließen ständig auf Sexten.

Bei der Bezeichnung ist jedoch Vorsicht geboten. In der klassischen Lehre meint «Sextakkord» die erste Umkehrung eines Dreiklangs — drei Töne, nicht vier. Die beiden Bedeutungen stoßen im Deutschen unmittelbar aufeinander, und der Katalog hält sie auf den Seiten selbst auseinander.

Wofür man sie nimmt

Überall dort, wo die Harmonie stehen bleiben soll, ohne leer zu klingen: Intros, Flächen, der letzte Akkord eines Abschnitts, ein langer Takt unter der Melodie. Es gibt keinen Tritonus, also drängt nichts nach vorn.

Sie sind außerdem das billigste Mittel, damit ein wiederholter Dreiklang aufhört, eintönig zu wirken. Der Wechsel zwischen C und Cadd9 im Takt ändert die Satzfarbe, während sich die Harmonie überhaupt nicht bewegt.

Häufige Fragen

Was bedeutet add in einem Akkordsymbol?

Dass dem Dreiklang ein Ton ohne Septime hinzugefügt wurde: Cadd9 ist c, e, g und d.

Was ist der Unterschied zwischen Cadd9 und C9?

C9 enthält eine kleine Septime und wirkt als Dominante. Cadd9 hat keine Septime und bleibt in Ruhe.

Sind add2 und add9 derselbe Akkord?

Dieselben Töne in anderer Lage. Bei add2 steht der hinzugefügte Ton neben dem Grundton, bei add9 eine Oktave höher.

Alle Akkorde der Gruppe „Add-Akkorde“