Dur 6/9
6/9
0 - 4 - 7 - 9 - 14Major + 6th + 9th
Über Dur 6/9
Der 6/9-Akkord fügt dem Durdreiklang Sexte und None zugleich hinzu: über C sind das c, e, g, a und d, geschrieben C6/9. Keine Septime, also keine Spannung — er ist der volle Schlussklang, den moderne Arrangements dem bloßen Dreiklang vorziehen.
Töne und Aufbau
Die Formel lautet 1 – 3 – 5 – 6 – 9, in Halbtönen 0 – 4 – 7 – 9 – 14. Sexte und None sind die beiden Töne, die man einem Durdreiklang hinzufügen kann, ohne mit einem der drei zu kollidieren — der Akkord nimmt beide auf einmal.
Ohne Septime führt nichts weiter. Genau das ist der Zweck: Der Klang ist voll und endgültig zugleich, was weder der nackte Dreiklang noch der große Dur-Septakkord leisten.
Griffe
Auf der Gitarre ist x32233 die klassische Form: c, e, a, d, g. Sie liegt ohne Barré unter der Hand und ist wahrscheinlich der meistgespielte Schlussgriff der letzten Jahrzehnte.
Am Klavier gehören Sexte und None nach oben, weit weg vom Grundton. Drängt man alle fünf Töne in die Mitte, verschwindet die Wirkung, und es bleibt ein dichtes Bündel.
Warum er als Schluss funktioniert
Ein Dreiklang am Ende wirkt lehrbuchhaft, ein großer Dur-Septakkord lässt die Septime glänzen und hält das Ohr wach. Der 6/9-Akkord vermeidet beides: reich genug, um nicht nach Übung zu klingen, neutral genug, um keine Fortsetzung zu verlangen.
Aus dem Jazz kam die Praxis in die Unterhaltungsmusik und von dort in Arrangements aller Art. Ein Stück auf dem bloßen Dreiklang zu beenden klingt seither nach bewusster Entscheidung.
Auch mitten im Stück
Als erweiterte Tonika über längere Abschnitte, in denen die Harmonie stehen bleibt und das Arrangement Farbe braucht. Er wechselt sich dort mit dem großen Dur-Septakkord ab, ohne dass sich die Funktion ändert.
Die Mollvariante Cm6/9 leistet dasselbe in Molltonarten. Beide zusammen — Dur am Ende des ersten Teils, Moll am Ende der Bridge — sind ein verbreitetes Muster in Arrangements für Gitarre.
Häufige Fragen
Welche Töne hat C6/9?
c, e, g, a und d. Auf der Gitarre x32233.
Hat er eine Septime?
Nein. Gerade das Fehlen der Septime macht ihn zum Schlussklang.
Warum wird er so oft am Ende gespielt?
Weil er reich klingt, ohne Spannung zu erzeugen — anders als der schlichte Dreiklang und anders als der große Dur-Septakkord.