Noten lesen
Bassschlüssel und Violinschlüssel: Noten im Notensystem lesen
Ein Notenschlüssel steht am Anfang des Notensystems und legt fest, welche Tonhöhe jede Linie und jeder Zwischenraum bedeutet. Der Bassschlüssel umfasst mit zwei Punkten die vierte Linie und erklärt sie zum kleinen f, der Violinschlüssel umschlingt die zweite Linie und erklärt sie zum g' über dem eingestrichenen c. Wechselt der Schlüssel, wird aus derselben Note auf derselben Linie eine andere.
Diese Seite gehört zum Leitfaden Noten lesen.
Der Bassschlüssel: die linke Hand und alles Tiefe
Der Bassschlüssel, auch F-Schlüssel genannt, markiert die vierte Linie von unten mit zwei Punkten und erklärt sie zum kleinen f. Von dort lesen sich die Linien nach oben als G, H, D, F, A, die Zwischenräume als A, C, E, G.
Merksätze helfen beim Einstieg: «Grosse Hunde Denken Falsch Anders» für die Linien, «Alle Cellisten Essen Gern» für die Zwischenräume. Sie sind eine Krücke für die ersten Wochen — danach soll die Linie unmittelbar den Ton auslösen, ohne Zwischenschritt.
Im Bassschlüssel stehen die linke Hand am Klavier, das Violoncello, das Fagott, die Posaune und der E-Bass.
Bassschlüssel lesen, ohne zu rechnen
Wer den Violinschlüssel zuerst gelernt hat, rechnet die Basstöne meist um: zwei Linien tiefer, dann anpassen. Dieses Rechnen wird nie zum Lesen — es bleibt Arithmetik unter Zeitdruck, und genau daran scheitert das Blattspiel im Bassschlüssel.
Der Ausweg ist, den Bassschlüssel als eigene Karte mit eigenem Ankerton zu lernen. Ein einziger sicherer Bezugspunkt genügt: das kleine f auf der vierten Linie. Alles andere ergibt sich schrittweise daraus, und nach kurzer Zeit braucht es auch den Anker nicht mehr.
Die Tonleiter im Bassschlüssel schreiben
Der schnellste Weg zur Sicherheit führt über das Schreiben. Notieren Sie die C-Dur-Tonleiter im Bassschlüssel von Hand, dann G-Dur, dann F-Dur: Sie sehen sofort, wie die Tonleiter durch das System wandert und welche Töne über oder unter die fünf Linien hinausreichen.
Wer die Tonleiter im Bassschlüssel schreiben kann, liest sie auch — die Verbindung entsteht deutlich schneller, wenn man sie in beide Richtungen herstellt.
Der Violinschlüssel: G-Schlüssel und seine Noten
Der Violinschlüssel entwickelte sich aus dem Buchstaben G und umschlingt bis heute die Linie, die er zum g' erklärt — die zweite von unten. Die Linien lauten von unten E, G, H, D, F, die Zwischenräume F, A, C, E.
Er trägt die rechte Hand am Klavier, die Violine, die Flöte, die Gitarre und die meisten Gesangsstimmen. Gitarrennoten klingen eine Oktave tiefer als notiert; darum steht unter dem Schlüssel manchmal eine kleine Acht.
Violinschlüssel und Bassschlüssel im System
Klaviernoten stehen auf zwei Systemen gleichzeitig, verbunden durch eine Klammer: oben der Violinschlüssel, unten der Bassschlüssel. Dazwischen liegt das eingestrichene c, das zu keinem der beiden Systeme gehört und auf einer eigenen Hilfslinie notiert wird — knapp unter dem oberen oder knapp über dem unteren System. Beide Schreibweisen meinen dieselbe Taste.
Sobald man die beiden Systeme als eine durchgehende Leiter sieht und nicht als zwei getrennte, wird das Klavierlesen leichter. Die Leiter läuft ohne Bruch vom unteren Rand des Basssystems bis zum oberen Rand des Violinsystems, und das eingestrichene c ist ihre mittlere Sprosse.
Hilfslinien und das Oktavzeichen
Führt die Melodie über oder unter die fünf Linien hinaus, verlängern kurze Hilfslinien das System — eine pro Schritt. Die Leseregel bleibt dieselbe, Linie und Zwischenraum wechseln weiter ab. Ab der dritten Hilfslinie wird es für fast alle mühsam, und dafür gibt es 8va: eine Oktave höher spielen als notiert, damit die Seite lesbar bleibt.
Den Schlüssel zeichnen
Der Violinschlüssel entsteht in einer Bewegung: Schleife um die zweite Linie, nach oben führen, mit der Spirale unter das System zurück. Der Bassschlüssel ist einfacher — ein Haken, der auf der vierten Linie beginnt, und zwei Punkte darüber und darunter. Die Punkte, nicht der Haken, zeigen an, welche Linie zum f erklärt wird.
Wie es weitergeht
Der Schlüssel legt die Tonhöhe fest; wie lange ein Ton klingt, sagen die Notenwerte. Einmal am Zeilenanfang notierte Vorzeichen sind die Tonartvorzeichen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Bassschlüssel und Violinschlüssel?
Der Bezugston. Der Bassschlüssel erklärt die vierte Linie zum kleinen f, der Violinschlüssel die zweite Linie zum g'. Dadurch verschieben sich alle übrigen Linien: eine Note auf der mittleren Linie ist im Violinschlüssel h und im Bassschlüssel d.
Welche Noten stehen im Bassschlüssel?
Die Linien von unten nach oben sind G, H, D, F und A, die Zwischenräume A, C, E und G. Lernen Sie sie als eigenen Satz — Umrechnen aus dem Violinschlüssel bleibt Rechnen und wird nie zum Lesen.
Welche Noten hat der Violinschlüssel?
Linien von unten: E, G, H, D, F. Zwischenräume: F, A, C, E. Für die Linien ist «Es Geht Hier Der Fisch» gebräuchlich, die Zwischenräume ergeben von unten gelesen das Wort FACE.
Warum heisst er F-Schlüssel?
Weil das Zeichen aus dem Buchstaben F entstanden ist. Die beiden Punkte waren ursprünglich Teil der Schreibweise dieses Buchstabens und markieren bis heute die Linie, die zum f erklärt wird.
Wo liegt das eingestrichene c am Klavier?
Zwischen den beiden Systemen, auf einer eigenen Hilfslinie — knapp unter dem Violinsystem oder knapp über dem Basssystem. Beide Positionen meinen dieselbe Taste; welche notiert wird, hängt davon ab, welche Hand sie spielt.
Muss ich beide Schlüssel lernen?
Für Klavier ja, denn beide Hände stehen gleichzeitig in verschiedenen Schlüsseln. Für ein einstimmiges Instrument genügt zunächst der eigene — der zweite erlaubt es, Partituren, Basslinien und die Stimme des Partners zu lesen statt nur der eigenen Zeile.
Beide Schlüssel in Bewegung sehen
Schreiben Sie eine Zeile im Studio und beobachten Sie, wie sie zugleich im Notensystem, auf der Klaviatur und auf dem Griffbrett erscheint. Derselbe Ton an drei Stellen gleichzeitig — danach ist der Schlüssel kein Zeichen mehr, das man entziffern muss.