Lokrisch bb7
1 - 2 - 2 - 1 - 2 - 1 - 3Über Lokrisch bb7
Lokrisch ♭♭7 ist 1 ♭2 ♭3 4 ♭5 ♭6 ♭♭7. Von c aus ergibt das c des es f ges as heses, wobei heses wie a klingt. Es ist der siebte Modus der harmonischen Durtonleiter und der einzige der Familie, der einen verminderten Septakkord umreißt.
Ein Ton von Lokrisch entfernt
Der lokrische Modus ist 1 ♭2 ♭3 4 ♭5 ♭6 ♭7, der siebte Modus der Durtonleiter und der einzige der sieben ohne reine Quinte. Hier sinkt die Septime um einen weiteren Halbton und wird vermindert, sonst ändert sich nichts.
Diese eine Änderung tauscht den Akkord darunter aus. Bei Lokrisch ergeben Terzen vom Grundton einen halbverminderten Akkord, hier einen verminderten Septakkord: c es ges heses, vier Töne im gleichen Abstand einer kleinen Terz. Kein anderer Modus von Harmonisch Dur bringt diesen Akkord hervor.
Warum der Ton heses heißt
Im deutschen Tonnamensystem hat der doppelt erniedrigte Ton einen eigenen Namen: aus h wird heses. Auf dem Instrument ist das derselbe Ton wie a, auf dem Papier muss es eine Septime sein — sonst liest sich der Akkord darüber nicht mehr als verminderter Septakkord, sondern als Moll mit Sexte.
Das ist keine Pedanterie, sondern ein Funktionsunterschied: der verminderte Septakkord löst anders auf als ein Mollakkord mit Sexte, und die Schreibweise sagt dem Spieler, wohin die Harmonie geht. Deshalb heißt der Modus Lokrisch ♭♭7 und nicht Lokrisch mit Sexte.
Nachbarn und Verwechslungen
Eine zweite Tonleiter wird ebenfalls mit doppelt erniedrigter Septime geschrieben: die alterierte verminderte, der siebte Modus von Harmonisch Moll. Sie ist 1 ♭2 ♭3 ♭4 ♭5 ♭6 ♭♭7, und der Unterschied liegt in der Quarte — dort gesenkt, hier rein.
Ein Ton, zwei Familien, zwei verschiedene Stammtonleitern. Verlangt ein Leadsheet eine Tonleiter mit ♭♭7 über einem verminderten Akkord, prüfen Sie zuerst die Quarte: die reine Quarte von Lokrisch ♭♭7 ist deutlich weniger gespannt und liefert den alterierten Klang der anderen nicht.
Wie sie verwendet wird
Ziel sind verminderte Septakkorde in einer Verbindung, vor allem Durchgangsakkorde zwischen zwei leitereigenen Akkorden. Die Tonleiter liefert alle Akkordtöne plus kleine None, reine Undezime und kleine Tredezime.
Sie ist eine Ein-Akkord-Tonleiter und dazu kurzlebig: verminderte Akkorde stehen selten länger als ein bis zwei Zählzeiten. Die praktische Arbeit besteht nicht darin, die Tonleiter zu durchlaufen, sondern zu wissen, welche zwei akkordfremden Töne zur Verfügung stehen, und sie dorthin zu setzen, wo die Linie wendet.
Häufige Fragen
Welche Töne hat Lokrisch ♭♭7?
Sieben: 1 ♭2 ♭3 4 ♭5 ♭6 ♭♭7. Von c aus sind das c, des, es, f, ges, as und heses, das wie a klingt.
Warum wird die Septime doppelt erniedrigt geschrieben?
Wegen des Akkords darüber. Ein verminderter Septakkord braucht eine Septime; als Sexte geschrieben würde er nicht mehr als dieser Akkord gelesen.
Worin unterscheidet sie sich von der alterierten verminderten?
In der Quarte: hier rein, dort gesenkt. Jene stammt aus Harmonisch Moll.
Über welchem Akkord spielt man sie?
Über einem verminderten Septakkord — von c aus c, es, ges und heses — meist einem Durchgangsakkord.
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