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Harmonisch Dur

Skalen in dieser Familie: 7

Harmonisch Dur ist die Durtonleiter mit erniedrigter sechster Stufe: c d e f g as h. Sie verhält sich zu Dur genau so wie harmonisch Moll zum natürlichen Moll — ein Ton gesenkt, eine übermäßige Sekunde entstanden, und ein Akkord verfügbar geworden, den die Stammleiter nicht enthält: die Mollsubdominante.

Ein erniedrigter Ton, ein neuer Akkord

Senken Sie die sechste Stufe von C-Dur, und aus dem Akkord der vierten Stufe wird statt F-Dur ein f-Moll. Dieser Akkord ist der Grund für die Existenz der Leiter. Eine Mollsubdominante in Dur gehört zu den wiedererkennbarsten Klängen der populären Musik: der Moment, in dem sich eine helle Verbindung für einen Takt verdunkelt, ohne die Tonart zu verlassen.

Die erniedrigte Sexte erzeugt außerdem eine übermäßige Sekunde, hier zwischen as und h. Das Intervall gehört zur selben Wirkungsfamilie wie in harmonisch Moll, steht hier aber über einer großen Terz — die Farbe ist deshalb nicht exotisch, sondern bittersüß: Die Leiter behält ihre Duridentität und leiht sich einen Schatten.

Geliehener Akkord oder Tonleiter?

Die meisten begegnen diesem Klang als Modal Interchange — ein aus dem Variantmoll geborgter Akkord — und nicht als Leiter, und fürs Songschreiben genügt diese Beschreibung. Die Leiter wird gebraucht, sobald ein einheitlicher Tonvorrat für den ganzen Takt einschließlich des geborgten Akkords nötig ist: das Problem des Improvisierenden, nicht des Schreibenden.

Der praktische Unterschied zeigt sich in der Melodie. Als geborgter Akkord behandelt, bleibt die Melodie in reinem Dur und die erniedrigte Sexte lebt nur in der Harmonie. Als Leiter behandelt, wandert dieser Ton auch ins Thema, und das Ergebnis wird merklich dunkler. Beides ist richtig, es sind zwei verschiedene Entscheidungen.

Ihre Modi und der eine, der zählt

Unter den sieben Modi gibt es Raritäten, aber einer verdient seinen Platz: der vierte, manchmal lydisch mit kleiner Terz genannt, der auf einen Mollakkord mit erhöhter Quarte passt. Ein weiterer, der fünfte, funktioniert über einer Dominante mit kleiner None und klingt leichter als die verminderte Leiter an derselben Stelle.

Der Rest sind Spezialfarben. Lokrisch mit doppelt erniedrigter Septime entspricht dem verminderten Septakkord, und die übermäßigen Modi begegnen einem eher in der Filmmusik als in einer Aufführungstradition. Von ihrer Existenz zu wissen genügt, bis ein konkreter Akkord sie verlangt.

In einer Minute hörbar

Spielen Sie C-Dur nach F-Dur und zurück, dann C-Dur nach f-Moll und zurück. Die zweite Verbindung ist der ganze Gegenstand dieser Seite. Sitzt der Kontrast im Ohr, spielen Sie die Leiter selbst von c und achten Sie darauf, dass genau ein Schritt ungewohnt ist: der zwischen as und h.

Für die Improvisation lohnt der Wechsel mitten im Takt: reines Dur über der Tonika und harmonisch Dur erst, wenn die Mollsubdominante kommt. Der Ton ändert sich genau dann, wenn die Harmonie sich ändert — so wird diese Leiter tatsächlich benutzt, und deshalb lehrt bloßes Auf- und Abspielen fast nichts.

Häufige Fragen

Was ist harmonisch Dur?

Die Durtonleiter mit erniedrigter sechster Stufe: c d e f g as h.

Worin unterscheidet sie sich von harmonisch Moll?

Harmonisch Moll senkt zusätzlich die Terz. Harmonisch Dur behält die große Terz und klingt dadurch bittersüß statt dunkel.

Wo kommt sie in Songs vor?

Überall dort, wo eine Durverbindung eine Mollsubdominante verwendet. Dieser geborgte Akkord ist ihr charakteristischer Klang.

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