Lydisch #6
2 - 2 - 2 - 1 - 3 - 1 - 1Über Lydisch #6
Lydisch #6 ist der zweite Modus der neapolitanischen Molltonleiter und hat die Stufen 1 2 3 #4 5 #6 7. Von C aus lauten die Töne C D E Fis G Ais H.
Ais und H — warum die deutschen Tonnamen hier helfen
Deutsche Tonnamen machen den Bau der Skala unmittelbar sichtbar: C D E Fis G Ais H. Zwei Kreuztöne stehen darin, Fis und Ais, und der Leitton heißt H. Wer die Skala einmal so buchstabiert hat, braucht das Griffbild nicht mehr auswendig zu lernen.
Der Unterschied zur lydischen Tonleiter liegt allein im Ais. Lydisch heißt C D E Fis G A H; wird das A zum Ais erhöht, entsteht der zweite Modus des neapolitanischen Molls, und alle übrigen Töne bleiben unverändert.
Die übermäßige Sekunde zwischen Quinte und Sexte
Zwischen G und Ais liegen drei Halbtonschritte, also eine übermäßige Sekunde. In einer Skala, die sich nach Dur anhört, ist ein solcher Schritt selten, und er trägt den gesamten Charakter: unten Dur, oben harmonisches Moll.
Jeder der sieben Modi des neapolitanischen Molls erbt genau eine übermäßige Sekunde an anderer Stelle. Weil sie hier weit oben sitzt, fällt das Fremde erst auf, wenn eine Melodie über die Quinte hinaussteigt.
Der zugehörige Akkord
Terzenschichtung ab dem Grundton ergibt C E G H, einen großen Septakkord, und die erhöhte Quarte legt sich als ♯11 darüber. Cmaj7♯11 ist damit die Heimat des Modus — derselbe Akkord, den auch Lydisch bedient.
Die erhöhte Sexte fügt einen Ton einen Halbton unter der großen Septime hinzu. In weiter Lage klingt sie als Farbe, in enger Lage reibt sie an der Septime; genau deshalb wird der Modus sparsam eingesetzt.
Woher der Modus stammt
Dreht man die neapolitanische Molltonleiter auf ihre zweite Stufe, entsteht dieser Modus. H-neapolitanisch Moll lautet H C D E Fis G Ais; dieselben sieben Töne ab C gelesen ergeben C D E Fis G Ais H.
Der Mutterskala kommt dabei mehr Bedeutung zu als dem Modus selbst. Komponisten greifen zum neapolitanischen Moll wegen des Durakkords auf der tiefalterierten zweiten Stufe, und der zweite Modus beschreibt lediglich, was die Melodie tut, wenn dieser Akkord kurzzeitig zum Zentrum wird.
Verwechslungsgefahr
Lydisch übermäßig erhöht die Quinte und lässt die Sexte stehen: C D E Fis Gis A H. Bei lydisch #6 bleibt die Quinte rein und die Sexte wandert. Beide Skalen klingen hell; der Unterschied besteht darin, welche Stufe oberhalb der Quarte erhöht wurde.
Näher liegt die Verwechslung mit lydisch-mixolydisch, im Jazz meist lydian dominant genannt: C D E Fis G A B. Der Klaviertaste nach ist Ais gleich B, doch dort ist der Ton die kleine Septime eines Dominantseptakkords, hier die erhöhte Sexte unter einer großen Septime.
Häufige Fragen
Welche Töne hat lydisch #6 von C aus?
C D E Fis G Ais H. Die Schrittfolge lautet Ganzton, Ganzton, Ganzton, Halbton, übermäßige Sekunde, Halbton, Halbton.
Ist die Skala Dur oder Moll?
Dur. Terz und Septime sind groß, der Tonikaakkord ist Cmaj7; verändert ist ausschließlich die sechste Stufe.
Welcher Akkord passt dazu?
Cmaj7♯11. Die erhöhte Quarte liefert die ♯11, das Ais bleibt Farbton einen Halbton unter der großen Septime.
Wie viele Kreuztöne enthält die Skala?
Zwei: Fis und Ais. Die lydische Tonleiter hat nur Fis, alle übrigen Töne stimmen überein.
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