Dur-Blues
2 - 1 - 1 - 3 - 2 - 3Über Dur-Blues
Der Dur-Blues ist die Dur-Pentatonik mit einer zusätzlichen kleinen Terz zwischen Sekunde und großer Terz: 1 2 b3 3 5 6, sechs Töne. Von C aus sind das C, D, Es, E, G, A.
Eine kleine Terz mitten im Dur-Klang
Der zusätzliche Ton liegt einen Halbton unter der großen Terz und wird auf dem Weg zu ihr durchschritten. Weil die große Terz in der Skala bleibt, bleibt auch die Farbe hell: das ist keine Molltonleiter mit erhöhter Terz, sondern eine Durtonleiter mit chromatischem Nachbarn.
Dieser Nachbar ist derselbe Kunstgriff wie die verminderte Quinte in der Moll-Blues-Tonleiter — ein Ton von außerhalb des diatonischen Vorrats, der zum Anlehnen dient und nicht zum Verweilen. Country, Western Swing und Rockabilly leben zu großen Teilen davon.
Dur-Blues-Tonleiter bilden — C-Dur, F-Dur, G-Dur
Ausgangspunkt ist die Dur-Pentatonik 1 2 3 5 6, in die die kleine Terz eingesetzt wird. In C-Dur ergibt das C D Es E G A, in F-Dur die Töne F G As A C D, in G-Dur die Töne G A B H D E.
Auf der Gitarre liegt der neue Ton zwischen zwei Tönen, die ohnehin unter der Hand sind — das Muster wandert also nicht, es bekommt nur einen Ton mehr. Am Klavier fallen kleine und große Terz auf benachbarte Tasten, was den charakteristischen Vorschlag des Blues- und Boogie-Spiels ergibt.
Dur-Blues und Moll-Blues sind dieselben sechs Töne
C-Dur-Blues ist C D Es E G A. A-Moll-Blues ist A C D Es E G. Das ist derselbe Tonvorrat im Abstand einer kleinen Terz, genau wie bei Dur- und Moll-Pentatonik. Welche der beiden Skalen gerade erklingt, entscheidet der Akkord darunter und der Ton, den man als Zuhause behandelt — nicht die Auswahl der Töne.
Damit erledigt sich eine Frage, die meist so gestellt wird, als stünden die beiden Skalen in Konkurrenz: wer ein Muster lernt, hat beide. Der hörbare Unterschied ist ein Unterschied der Auflösung — zielt man auf große Terz und Grundton, klingt es nach Dur-Blues; zielt man auf kleine Terz und sechste Stufe desselben Satzes, nach Moll-Blues.
Welche Akkorde darunter liegen
Über einem I7-Akkord liefert diese Skala große Terz und Sexte, sie liegt also näher an der Harmonie als die Moll-Blues-Tonleiter: weniger Reibung, mehr Konsonanz. Deshalb kann ein und dieselbe zwölftaktige Form nach Chicago oder nach Nashville klingen, ohne dass ein Akkord geändert wird.
Üblich ist der Wechsel zwischen beiden statt der Entscheidung für eine: Dur-Blues über der Tonika, Moll-Blues über der Subdominante, oder ein Umschlag am Turnaround. Wer in diesem Stil zu Hause klingt, macht in aller Regel genau das.
Auf Gitarre, Klavier und Bass
Auf der Gitarre wird die kleine Terz üblicherweise in die große hineingezogen oder hineingerutscht, statt sauber angeschlagen zu werden. Am Klavier entsteht daraus der zerdrückte Vorschlagston; auf der Blues Harp ist der Ton in zweiter Position ohne Bending kaum sauber zu treffen, was den helleren Dur-Blues dort seltener macht als den Moll-Blues.
Am Bass gibt die Skala Walking-Linien in Dur einen chromatischen Schritt zwischen zweiter und dritter Stufe. Hier ist die kleine Terz ein Verbindungston zwischen Akkordtönen und keine Farbe für sich, sie wird also auf unbetonter Zählzeit durchschritten.
Was häufig verwechselt wird
Die Dur-Bluestonleiter ist nicht die Skala, die dieser Katalog als Blues Major führt: 1 2 4 5 6, eine Umkehrung der Dur-Pentatonik, nach dem japanischen Ritsu-System auch Ritusen genannt, ganz ohne kleine Terz. Die Namensähnlichkeit ist historisch und hat keine musikalische Bedeutung.
Die zweite häufige Verwechslung betrifft die Dur-Pentatonik selbst. Der Unterschied ist ein einziger Ton — und es ist der Ton, der die Skala nach Blues klingen lässt statt nach Volkslied.
Häufige Fragen
Welche Töne hat die Dur-Blues-Tonleiter?
Sechs: 1 2 b3 3 5 6. In C-Dur sind das C, D, Es, E, G und A.
Ist der Dur-Blues dasselbe wie der Moll-Blues?
Dieselben sechs Töne, ein anderer Grundton. C-Dur-Blues und A-Moll-Blues sind ein Tonvorrat; der Akkord darunter entscheidet, welcher von beiden zu hören ist.
Wie unterscheidet er sich von der Dur-Pentatonik?
Durch einen zusätzlichen Ton, die kleine Terz, die als chromatischer Durchgang zur großen Terz benutzt wird.
Über welche Akkorde passt er?
Über Dominantseptakkorde im Dur-Blues, am natürlichsten über der Tonika I7. Viele Spieler wechseln über dem IV7 zur Moll-Blues-Tonleiter.
Verwandte Tonleitern aus der Familie Blues
Mit KI mehr erfahren
Fragen Sie unseren KI-Assistenten nach Akkordfolgen, Übungstipps und Theorie zu Dur-Blues