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Dorisch #4

Harmonisch Moll

Diese Tonleiter ist auch unter folgenden Namen bekannt: Romanian Minor.

7 NotenIntervalle:2 - 1 - 3 - 1 - 2 - 1 - 2

Über Dorisch #4

Dorisch #4 ist 1 2 ♭3 ♯4 5 6 ♭7 — der vierte Modus von harmonisch Moll, im deutschen Sprachraum auch als rumänisch Moll bekannt. Von d aus sind es die Töne d e f gis a h c: derselbe Vorrat wie a-Moll harmonisch, von der vierten Stufe aus gezählt. Dorisch mit erhöhter Quarte, und diese eine Erhöhung trägt den ganzen Charakter.

Dorisch mit erhöhter Quarte

Der dorische Modus ist 1 2 ♭3 4 5 6 ♭7 — Moll mit großer Sexte, der Klang, den man aus Folk und aus modalem Jazz kennt. Von d aus: d e f g a h c, auf dem Klavier weiße Tasten.

Erhöhe die vierte Stufe, aus g wird gis, und der Charakter kippt. Zwischen f und gis liegen jetzt anderthalb Töne, und der Tritonus d–gis sitzt gegen den Grundton. Was vorher ruhig und offen klang, bekommt eine Spannung, die nicht mehr nach Folk klingt.

Bemerkenswert daran ist, was erhalten bleibt: die große Sexte h. Sie unterscheidet diese Tonleiter von harmonisch Moll ab d, wo die Sexte klein wäre. Kleine Terz und große Sexte nebeneinander, dazu ein Tritonus über dem Grundton — dieser Zusammenbau kommt in keinem anderen gebräuchlichen Modus vor.

Rumänisch Moll und die verwandten Namen

Derselbe Tonvorrat trägt mehrere Namen. Rumänisch Moll ist der gebräuchlichste, ukrainisch dorisch und in der Klezmer-Literatur Mi Sheberach bezeichnen dieselbe Tonleiter. Die Namen kommen aus den Traditionen, in denen sie tatsächlich gespielt wird, und nicht aus der Theorie.

Nicht zu verwechseln ist sie mit ungarisch Moll, das zusätzlich die Sexte erniedrigt und damit zwei übermäßige Sekunden hat statt einer. Wer nach einem osteuropäisch klingenden Moll sucht, landet oft zwischen beiden — der Unterschied sitzt allein in der sechsten Stufe.

In der Filmmusik und in der Videospielmusik ist dieser Modus deutlich präsenter als seine drei kleinen Geschwister aus derselben Familie. Er hat einen erkennbaren Klang, der ohne Erklärung funktioniert, und das reicht als Existenzberechtigung.

Wo er in der Familie steht

Auf der vierten Stufe von a-Moll harmonisch steht Dm — der Mollakkord der Subdominante. Der Modus deckt ihn ab und bringt das gis mit, das ihm sonst fehlt: über Dm in a-Moll erklingt damit die Spannung der Tonart, nicht nur der Akkord.

Wer über eine Molltonart improvisiert und harmonisch Moll benutzt, spielt diesen Modus, sobald die Harmonie zur vierten Stufe geht. Der Name beschreibt also einen Ausschnitt aus etwas, das man ohnehin tut — nützlich zum Nachdenken, überflüssig im Moment des Spielens.

Der gemessene Bedarf im Deutschen betrifft überwiegend den gewöhnlichen dorischen Modus; nach dieser Abwandlung wird kaum gesucht, und nach rumänisch Moll nur vereinzelt. Das ist der ehrliche Rahmen: ein Modus mit eigenem Klang und ohne eigenes Publikum.

Häufige Fragen

Was ist die Tonleiter dorisch #4?

Der vierte Modus von harmonisch Moll, 1 2 ♭3 ♯4 5 6 ♭7. Von d aus sind das d e f gis a h c — dieselben Töne wie a-Moll harmonisch, ab der vierten Stufe. Sie entspricht dem Mollakkord auf der vierten Stufe einer harmonischen Molltonart.

Ist dorisch #4 dasselbe wie rumänisch Moll?

Ja, es ist derselbe Tonvorrat unter einem anderen Namen. Auch ukrainisch dorisch und Mi Sheberach aus der Klezmer-Tradition bezeichnen diese Tonleiter. Die Namen stammen aus den Musiktraditionen, in denen sie gespielt wird.

Was unterscheidet sie von ungarisch Moll?

Die sechste Stufe. Dorisch #4 hat eine große Sexte und damit eine einzige übermäßige Sekunde, ungarisch Moll erniedrigt die Sexte und hat zwei. Beide klingen osteuropäisch, aber ungarisch Moll deutlich dunkler.

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