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Phrygisch dominant

Harmonisch Moll

Diese Tonleiter ist auch unter folgenden Namen bekannt: Spanish, Jewish, Freygish.

7 NotenIntervalle:1 - 3 - 1 - 2 - 1 - 2 - 2

Über Phrygisch dominant

Phrygisch dominant ist 1 ♭2 3 4 5 ♭6 ♭7 — der fünfte Modus von harmonisch Moll und die Tonleiter hinter dem spanischen Klang auf der Gitarre. Von e aus sind es die Töne e f gis a h c d: dieselben sieben Töne wie a-Moll harmonisch, nur ab der fünften Stufe gezählt. Große Terz und kleine Sekunde direkt nebeneinander — daraus entsteht alles Weitere.

Phrygisch oder phrygisch dominant — Dur oder Moll?

Die Frage stellt sich zu Recht, denn der Name enthält beides. Phrygisch ist ein Modus mit kleiner Terz, also molliger Charakter: e f g a h c d. Phrygisch dominant hat an derselben Stelle eine große Terz — gis statt g — und ist damit ein Durklang.

Ein Ton Unterschied, zwei verschiedene Aufgaben. Phrygisch steht über einem Mollakkord, phrygisch dominant über einem Durakkord oder einem Dominantseptakkord. Wer über E7 phrygisch spielt, trifft die Terz des Akkords nicht.

Die Bezeichnung ist also präzise, wenn man sie auseinandernimmt: phrygisch beschreibt die tiefe zweite Stufe, dominant den Durdreiklang mit kleiner Septime darüber. Zusammen ergibt das einen Dominantakkord mit phrygischer Färbung — im Deutschen findet man dafür auch die Bezeichnung phrygisch Dur.

Die spanische Kadenz

Der eigentliche Grund, warum diese Tonleiter gesucht wird, ist eine Akkordfolge: Am–G–F–E. Sie fällt stufenweise ab und bleibt auf dem Durakkord der fünften Stufe stehen, statt sich nach a-Moll aufzulösen. Im Deutschen heißt sie andalusische oder spanische Kadenz.

Über die ersten drei Akkorde passt a-Moll natürlich. Über das abschließende E — und dort wird verweilt — passt genau phrygisch dominant, weil es das gis mitbringt, das der Akkord verlangt, und das f, das die Folge vorher etabliert hat.

Dass die Kadenz auf der Dominante ruht statt weiterzugehen, ist der ganze Trick. Der Klang, den man als spanisch erkennt, entsteht nicht aus einer exotischen Tonleiter, sondern daraus, dass ein Akkord seine Auflösung nie bekommt.

Auf der Gitarre

Auf dem Griffbrett führt der kürzeste Weg über harmonisch Moll: spiele a-Moll harmonisch und beginne bei e. Dieselben Bünde, derselbe Fingersatz, anderer Bezugston. Wer die Muster von harmonisch Moll schon kennt, muss nichts Neues lernen.

Die offenen Lagen liegen günstig, weil e und a auf der Gitarre die natürlichen Grundtöne sind. Die Tonleiter in E ist deshalb die, die in Flamenco, in Surf und im Metal tatsächlich klingt — nicht aus theoretischen Gründen, sondern weil die leeren Saiten mitschwingen.

Für das Üben mit Playback gilt ein einfacher Aufbau: ein Takt E, ein Takt F, wieder E. Mehr Harmonie braucht es nicht, und mehr würde den Charakter verwischen. Der Reiz sitzt in der kleinen Sekunde f–e und in dem Sprung f–gis, der sie umgibt.

Wo der Klang sonst noch auftaucht

Außerhalb des Flamenco ist die Tonleiter ein Genremerkmal. Metalbands greifen seit den achtziger Jahren darauf zurück, Filmmusik benutzt sie, wenn eine Szene nach Süden oder Osten zeigen soll, und in der Klezmer-Tradition trägt derselbe Tonvorrat den Namen Freygish.

Der Zusammenhang ist keine Zufälligkeit: der anderthalb Töne große Schritt zwischen der sechsten und der siebten Stufe der Mutter-Tonleiter — in a-Moll harmonisch f–gis — ist derselbe, der in der Maqam-Tradition beheimatet ist. Von dort erreichte der Klang die europäische Musik.

Die praktische Warnung dazu: der Charakter ist so stark, dass er das Stück übernimmt. Zwei Takte davon sind ein Farbwechsel, sechzehn Takte davon sind ein Zitat. Wer das nicht will, setzt die kleine Sekunde gezielt und lässt den Rest der Phrase in gewöhnlichem Moll laufen.

Häufige Fragen

Was ist die phrygisch dominante Tonleiter?

Der fünfte Modus von harmonisch Moll: 1 ♭2 3 4 5 ♭6 ♭7. Von e aus sind das e f gis a h c d — dieselben Töne wie a-Moll harmonisch, ab der fünften Stufe gezählt. Sie passt über einen Dominantseptakkord und liefert den spanischen Klang, den man von der Gitarre kennt.

Ist phrygisch dominant Dur oder Moll?

Dur, denn die dritte Stufe ist groß. Der Name ist trotzdem korrekt: phrygisch beschreibt die tiefe zweite Stufe, dominant den Durdreiklang mit kleiner Septime. Der gewöhnliche phrygische Modus hat an derselben Stelle eine kleine Terz und ist damit ein Mollklang.

Welche Akkorde gehören zur spanischen Kadenz?

Am–G–F–E in a-Moll. Die Folge fällt stufenweise und bleibt auf dem Durakkord E stehen. Über die ersten drei Akkorde passt natürliches Moll, über das abschließende E passt phrygisch dominant von e aus.

Wie übt man sie auf der Gitarre?

Nimm ein Muster von a-Moll harmonisch und beginne bei e statt bei a — Bünde und Fingersatz bleiben gleich. Als Playback genügt ein Wechsel zwischen E und F. In der Lage mit leeren Saiten klingt die Tonleiter am deutlichsten, weil e und a auf der Gitarre mitschwingen.

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