Ionisch #5
Diese Tonleiter ist auch unter folgenden Namen bekannt: Ionian Augmented.
2 - 2 - 1 - 3 - 1 - 2 - 1Über Ionisch #5
Ionisch #5 ist 1 2 3 4 ♯5 6 7 — der dritte Modus von harmonisch Moll, auch ionisch übermäßig genannt. Von c aus sind es die Töne c d e f gis a h: die Durtonleiter, in der allein die Quinte um einen Halbton angehoben ist. Aus dem Dreiklang wird dadurch ein übermäßiger, und darum dreht sich alles Weitere.
Dur mit übermäßiger Quinte
Ionisch ist der alte Name der Durtonleiter: 1 2 3 4 5 6 7. Erhöhe die fünfte Stufe, und der Dreiklang auf dem Grundton hat zwei große Terzen übereinander statt einer großen und einer kleinen. Von c aus: c–e–gis.
Ein übermäßiger Dreiklang hat keine Ruhelage. Er teilt die Oktave in drei gleiche Teile, klingt in jeder Umkehrung gleich und lässt sich deshalb keinem Grundton eindeutig zuordnen. Genau diese Schwebe ist der Klang dieser Tonleiter, obwohl sechs ihrer sieben Töne aus gewöhnlichem Dur stammen.
Mit der großen Septime darüber entsteht der Akkord maj7 mit übermäßiger Quinte. Er kommt in Jazzballaden und in der Filmmusik regelmäßig vor, meist als Durchgang zwischen zwei stabileren Akkorden — er hält die Bewegung offen, statt sie abzuschließen.
Dritter Modus von harmonisch Moll
Auf der dritten Stufe von a-Moll harmonisch steht C-Dur mit erhöhter Quinte, gebildet aus c e gis h. Der Grund ist das gis, das die harmonische Molltonleiter mitbringt — dieselbe Erhöhung, die die Dominante zu E-Dur macht, macht den Akkord der dritten Stufe übermäßig.
Das ist der ganze Zusammenhang, und er erklärt, warum dieser Modus im Katalog steht: nicht weil er gespielt wird, sondern weil harmonisch Moll gedreht sieben Modi ergibt und dies der dritte ist. Über diesen Akkord in a-Moll spielt man a-Moll harmonisch und erhält ihn ohne Absicht.
Ein praktischer Merkposten bleibt: derselbe Akkordtyp entsteht auch auf der dritten Stufe von melodisch Moll, dort mit erhöhter Quarte statt reiner. Wer einen maj7-Akkord mit übermäßiger Quinte vor sich hat, entscheidet über die vierte Stufe, welche der beiden Tonleitern gemeint ist.
Warum die Messung hier fast nichts zeigt
Die Suchanfragen zu diesem Modus sind im deutschsprachigen Raum praktisch nicht vorhanden — und was unter dem Wort ionisch tatsächlich gesucht wird, gehört überwiegend in die Chemie: die ionische Bindung. Der musikalische Anteil bleibt ein Rest davon.
Für diese Seite folgt daraus keine Kunstpause, sondern ein klarer Zuschnitt: Sie beantwortet die Frage, was der Modus ist, woher er kommt und zu welchem Akkord er gehört. Sie behauptet nicht, dass er häufig gebraucht wird, denn das wäre nachweislich falsch.
Wer den Klang eines übermäßigen Dreiklangs wirklich braucht, greift meist zur Ganztonleiter oder zur übermäßigen Tonleiter — beide sind symmetrisch und für diesen Zweck gebaut. Dieser Modus ist die Variante, die entsteht, wenn derselbe Akkord in einer Molltonart auftaucht.
Häufige Fragen
Was ist die Tonleiter ionisch #5?
Der dritte Modus von harmonisch Moll, 1 2 3 4 ♯5 6 7. Von c aus sind das c d e f gis a h — die Durtonleiter mit um einen Halbton angehobener Quinte. Sie gehört zum maj7-Akkord mit übermäßiger Quinte, der auf der dritten Stufe einer harmonischen Molltonart steht.
Warum klingt sie unruhig, obwohl sie fast Dur ist?
Wegen des übermäßigen Dreiklangs auf dem Grundton. Er besteht aus zwei gleichen Terzen, teilt die Oktave in drei gleiche Teile und klingt in jeder Umkehrung identisch — er hat deshalb keine eindeutige Ruhelage, auch wenn die übrigen Töne aus gewöhnlichem Dur stammen.
Wie unterscheidet sie sich vom dritten Modus von melodisch Moll?
Durch die vierte Stufe. Der dritte Modus von melodisch Moll — lydisch übermäßig — hat eine erhöhte Quarte, ionisch #5 eine reine. Beide passen über denselben Akkordtyp; welche gemeint ist, entscheidet die Umgebung.
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