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Lokrisch nat6

Harmonisch Moll
7 NotenIntervalle:1 - 2 - 2 - 1 - 3 - 1 - 2

Über Lokrisch nat6

Lokrisch mit großer Sexte ist 1 ♭2 ♭3 4 ♭5 6 ♭7 — der zweite Modus von harmonisch Moll und der am seltensten gespielte der sieben. Von h aus sind es die Töne h c d e f gis a: der lokrische Modus mit zurückgeholter großer Sexte, was den dunkelsten aller Modi um genau einen Ton aufhellt.

Lokrisch, dem man die härteste Kante genommen hat

Der lokrische Modus ist 1 ♭2 ♭3 4 ♭5 ♭6 ♭7 — alles erniedrigt, was sich erniedrigen lässt, einschließlich der Quinte. Deshalb heißt es von ihm, er sei der einzige Modus ohne tragfähigen Grundton. Gib seiner sechsten Stufe die große Form zurück, und man hat diese Tonleiter.

Die Änderung ist kleiner, als sie klingt, und größer, als sie aussieht. Die verminderte Quinte bleibt, der Dreiklang auf dem Grundton bleibt also vermindert und kommt weiterhin nicht zur Ruhe. Aber mit der großen Sexte verschwindet eine der beiden Halbtonballungen, und Linien durch die Tonleiter werden weniger eng.

Praktisch schlägt sich das im Akkord nieder: mit großer Sexte entspricht die Tonleiter einem halbverminderten Akkord mit großer Tredezime. Das ist ein engeres Ziel als beim gewöhnlichen lokrischen Modus und ein häufiger gebrauchtes.

Sein Platz in der Familie

Auf der zweiten Stufe von harmonisch Moll gebaut, deckt der Modus den Akkord ab, der dort steht: den halbverminderten Septakkord, mit dem die klassische Mollverbindung beginnt — Hm7♭5, E7, Am. Diese Folge kommt im Jazz und im klassischen Mollsatz überall vor, was dem Modus eine echte, wenn auch schmale Aufgabe gibt.

Die meisten Spielenden benennen ihn dabei nicht. Über Hm7♭5 in a-Moll ergibt ein Lauf durch a-Moll harmonisch genau diese Töne, und in aller Regel geschieht genau das. Der Name ist die Beschreibung des Ergebnisses im Nachhinein.

Zum Vergleich der Nachbar: lokrisch mit großer Sekunde aus melodisch Moll wird von Jazzmusikern über denselben Akkord häufiger gewählt. Der Unterschied liegt in der zweiten Stufe, und die Wahl hängt davon ab, auf welche Mollform sich die umgebende Harmonie stützt.

Wie wenig danach gesucht wird — offen gesagt

Der gemessene Bedarf für diesen Modus liegt nahe null: einzelne Anfragen im Monat auf Deutsch und in den meisten der zwölf Sprachen des Katalogs überhaupt keine. Zu ihm kommt man nicht aus der Musik, sondern aus einer Liste von Modi.

Das gehört gesagt und nicht hinter ausgedachten Anwendungsfällen versteckt. Der Modus steht hier, weil die Drehung von harmonisch Moll sieben Modi ergibt und dies der zweite ist, weil sein Intervallgerüst eindeutig ist und weil jemand, der die Familie durchgeht, eine ehrliche Seite finden soll statt einer Lücke.

Wirklich nützlich ist Folgendes: der Akkord, dem er entspricht, die Verwandtschaft zur Mutter-Tonleiter und die Tatsache, dass über denselben Akkord häufiger sein Vetter aus melodisch Moll gespielt wird.

Häufige Fragen

Was ist lokrisch mit großer Sexte?

Der zweite Modus von harmonisch Moll, 1 ♭2 ♭3 4 ♭5 6 ♭7. Von h aus sind das h c d e f gis a — der lokrische Modus mit großer statt kleiner Sexte. Er entspricht einem halbverminderten Akkord mit großer Tredezime.

Was unterscheidet ihn vom lokrischen Modus?

Nur die sechste Stufe. Lokrisch erniedrigt sie, dieser Modus nicht. Die verminderte Quinte bleibt in beiden Fällen, der Dreiklang auf dem Grundton also vermindert; verändert wird, dass eine der beiden Halbtonballungen verschwindet und Linien freier laufen.

Wann nimmt man ihn statt lokrisch mit großer Sekunde?

Lokrisch mit großer Sekunde stammt aus melodisch Moll und wird im Jazz über halbverminderte Akkorde häufiger gewählt. Dieser Modus passt, wenn sich die umgebende Harmonie auf harmonisch Moll stützt — etwa über Hm7♭5 in einer Verbindung, die zu E7 und a-Moll führt.

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