Erweiterte Akkorde
Akkorde in dieser Gruppe: 19
Erweiterte Akkorde führen die Terzschichtung über die Septime hinaus — zur None, Undezime oder Tredezime. Es sind die Akkorde, die nach Jazz, Bossa Nova und Filmmusik klingen, und die Fertigkeit, die sie verlangen, ist nicht das Schichten, sondern die Auswahl dessen, was man weglässt.
Nonen, Undezimen, Tredezimen
Schichtet man über einem Septakkord weiter in Terzen, entstehen None, Undezime und Tredezime. Über der Tredezime ist man wieder beim Grundton, also endet die Schichtung dort: ein vollständiger Tredezimakkord enthält alle sieben Töne einer Tonleiter.
Sieben Töne spielt niemand. Ein brauchbares C13 sind fünf: Grundton, Terz, Septime, None und Tredezime. Die Quinte fällt zuerst, weil sie keine Information trägt, und die Undezime bleibt meist ebenfalls weg.
Das Problem mit der Undezime
Über einer großen Terz steht die reine Undezime einen Halbton entfernt und reibt. Deshalb wird Cmaj11 fast nie vollständig gespielt, C11 überhaupt ohne Terz, und C13 lässt die Undezime stillschweigend fallen.
Mollakkorde kennen dieses Problem nicht: dort beträgt der Abstand einen Ganzton, und Cm11 und Cm13 werden vollständig und häufig gespielt. Die Schwierigkeit liegt nicht in der Erweiterung, sondern in ihrer Nachbarin.
Oberstimmen-Dreiklänge
Am schnellsten baut man diese Akkorde, indem man aufhört, Stufen zu zählen. Über C7 liefert ein D-Dur-Dreiklang auf einen Schlag None, übermäßige Undezime und Tredezime; über Cm7 gibt ein d-Moll-Dreiklang None, Undezime und Tredezime.
Pianisten und Arrangeure arbeiten ständig so: linke Hand mit Grundton und Tritonus, rechte Hand mit einem vertrauten Dreiklang von woanders. Derselbe Akkord, in einem Bruchteil der Zeit erreicht.
Auf der Gitarre
Sechs Saiten und vier brauchbare Finger erzwingen dieselben Entscheidungen. C9 ist x32330, C13 ist x32335, Cm9 ist x31333 — allen fehlt mindestens ein theoretischer Ton, und keiner klingt unvollständig.
Zwei offene Griffe lohnen sich sofort, weil sie leichter sind als die Akkorde, die sie erweitern: Cmaj9 ist x30000 und Cadd9 ist x32033. Erweitert muss nicht schwer bedeuten.
Wann sie passen
In langsamen und mittleren Tempi und in Musik, die Farbe sucht statt Antrieb. Eine Ballade, eine Bossa, eine Filmszene, eine Soulverbindung — überall dort, wo die Harmonie Zeit hat, gehört zu werden.
In einem schnellen, dichten Arrangement verwischen sie. Fünf Töne brauchen Raum, und ein schlichter Septakkord sagt oft mehr. Es ist eine Entscheidung über Satzdichte, nicht über Können.
Häufige Fragen
Was sind erweiterte Akkorde?
Akkorde, die über die Septime hinaus gebaut sind — zur None, Undezime oder Tredezime, durch weitere Terzschichtung.
Welche Töne lasse ich weg?
Zuerst die Quinte, bei vorhandenem Bass auch den Grundton. Terz, Septime und die Erweiterung selbst bleiben.
Warum wird die Undezime meist weggelassen?
Über einer großen Terz steht sie einen Halbton entfernt und reibt. Bei Mollakkorden beträgt der Abstand einen Ganzton.
Alle Akkorde der Gruppe „Erweiterte Akkorde“
- Dur-Nonakkordmaj9
- Moll-Nonakkordm9
- Dominant-Nonakkord9
- Moll-Nonakkord mit b5m9b5
- Dur-Nonakkord mit #11maj9#11
- Dominant-Nonakkord mit #119#11
- Dominant-Nonakkord mit b59b5
- Dominant-Nonakkord mit #59#5
- Dur-Undezimakkordmaj11
- Moll-Undezimakkordm11
- Dominant-Undezimakkord11
- Dur-Tredezimakkordmaj13
- Moll-Tredezimakkordm13
- Dominant-Tredezimakkord13
- Dominant-Tredezimakkord mit #1113#11
- Dominant-Tredezimakkord mit b913b9
- Dominant-Tredezimakkord mit #913#9
- Dur-Septakkord mit #11maj7#11
- Moll-Dur-NonakkordmMaj9