TerryTrilla

Alterierte Akkorde

Akkorde in dieser Gruppe: 10

Ein alterierter Akkord ist ein Dominantseptakkord, dessen Quinte oder None absichtlich erhöht oder erniedrigt wurde. Terz und Septime bleiben unangetastet, denn sie machen ihn überhaupt erst zur Dominante; alles andere steht zur Änderung frei, und diese Änderung ist das Mittel, den Zug zu verstärken.

Was alteriert werden darf und was nicht

Terz und kleine Septime bilden einen Tritonus, und dieser Tritonus ist der Motor. Nimmt man eine der beiden weg, ist der Akkord keine Dominante mehr. Quinte und None haben diese Pflicht nicht, also können beide um einen Halbton in jede Richtung wandern.

Daraus ergeben sich vier einfache Alterationen — ♭5, ♯5, ♭9, ♯9 — und deren Kombinationen. C7alt ist das Sammelsymbol für «verwende sie» und überlässt die genaue Wahl dem Spieler.

Eine Tonleiter statt einer Liste

Alle vier alterierten Töne liegen in der alterierten Tonleiter, dem siebten Modus von melodisch Moll. Von c aus: c, des, dis, e, ges, as und b — jede Alteration und nichts sonst.

Das ist die praktische Denkweise für die Gruppe. Statt sich zu merken, welche Alteration zu welchem Akkord gehört, spielt man eine Tonleiter, und die Lage entscheidet, welche ihrer Töne oben erscheinen.

Wohin sie sich auflösen

Meist in eine Molltonika. Tiefalterierte None und tiefalterierte Tredezime gehören von Natur aus zu Molltonarten und klingen in Dur deutlich fremd, also führt C7alt weit bequemer nach f-Moll als nach F-Dur.

Die Ausnahme ist die hochalterierte None. Blues und Funk nutzen sie als stehende Farbe und nicht als Spannung: C7♯9 enthält zugleich eine große und eine kleine Terz, und dieser Widerspruch ist der Klang, kein zu behebendes Problem.

Griffe, die unter der Hand liegen

Lässt man die Quinte weg, entsteht Platz für eine Alteration bei gleicher Tonzahl. Auf der Gitarre ist C7♭9 x32323, C7♯9 x3234x, C7♭5 x3435x und C7♯5 x32314 — vier Formen decken fast die ganze Gruppe ab.

Am Klavier ist die übliche Lösung ein Gerüst: Grundton links, Terz und Septime rechts, Alterationen darüber. Die Quinte erscheint nie, und sie fehlt nicht.

Die Tritonussubstitution

Weil der Akkord mit tiefalterierter Quinte symmetrisch ist, enthalten C7♭5 und Ges7♭5 dieselben vier Töne. Ein Akkord kann sich also in zwei verschiedene Tonarten auflösen, und der Austausch einer Dominante gegen die im Tritonusabstand ist eine gängige Reharmonisierung.

Sie funktioniert, weil der Tritonus den Tausch überlebt, während der Bass einen Halbton fällt — eine Bewegung, die das Ohr widerspruchslos annimmt. Die meisten alterierten Akkorde realer Arrangements entstehen auf diesem Weg.

Häufige Fragen

Was sind alterierte Akkorde?

Dominantseptakkorde mit erhöhter oder erniedrigter Quinte oder None. Terz und Septime bleiben unverändert.

Was bedeutet C7alt genau?

Es benennt das Vorgehen, nicht die Töne: eine Dominante mit alterierten Tönen aus der alterierten Tonleiter.

Welche Tonleiter passt dazu?

Die alterierte Tonleiter, der siebte Modus von melodisch Moll. Sie enthält jede Alteration und nichts Überflüssiges.

Alle Akkorde der Gruppe „Alterierte Akkorde“