Alterierte Skala
Diese Tonleiter ist auch unter folgenden Namen bekannt: Super Locrian, Diminished Whole-Tone.
1 - 2 - 1 - 2 - 2 - 2 - 2Über Alterierte Skala
Die alterierte Tonleiter ist 1 ♭2 ♯2 3 ♯4 ♯5 ♭7 — der siebte Modus von melodisch Moll, auch superlokrisch genannt. Von gis aus sind es gis a h c d e fis: dieselben sieben Töne wie a-Moll melodisch, von der siebten Stufe gezählt. Sie enthält jede Alteration, die ein Dominantseptakkord annehmen kann.
Jede Alteration, die eine Dominante aufnimmt
Ein Dominantseptakkord hat zwei Töne, die ihn festlegen — große Terz und kleine Septime —, und vier, die sich verbiegen lassen: None nach oben oder unten, Undezime nach oben, Tredezime nach unten. Die alterierte Tonleiter enthält Grundton, Terz, Septime und alle vier Alterationen gleichzeitig: ♭9, ♯9, ♯11 und ♭13.
So geschrieben ist der Aufbau klarer als in der reinen Intervallliste. Die kleine Sekunde ist die ♭9. Die übermäßige Sekunde ist die ♯9. Die übermäßige Quarte ist die ♯11. Die übermäßige Quinte ist die ♭13. Unverändert bleibt nur, was der Akkord braucht, um Dominante zu bleiben — deshalb steht die Tonleiter unter dem Akkordsymbol G7alt.
Der Klang folgt daraus. Alles in der Tonleiter zieht irgendwohin, und keiner dieser Züge löst sich innerhalb von ihr auf: eine Tonleiter für den Akkord vor der Auflösung, nicht für die Auflösung selbst.
Warum der englische Name im deutschen Jazz üblich ist
Im deutschsprachigen Jazzunterricht steht altered scale gleichrangig neben alterierte Skala und alterierte Tonleiter — die Messung zeigt für alle drei Schreibungen dieselbe Größenordnung. Das ist kein Zufall, sondern folgt der Herkunft: die Akkordsymbolschrift, in der G7alt steht, kam mit dem amerikanischen Realbook.
Für die Suche heißt das, dass beide Wege zum selben Ziel führen und keiner der beiden falsch ist. Für die Terminologie heißt es, dass Alteration im deutschen Harmonielehreunterricht zugleich etwas Weiteres bedeutet — das Verändern einer leitereigenen Stufe zur Verschärfung der Strebewirkung, woher alterierte Akkorde und alterierte Subdominante kommen. Das ist ein Verfahren, keine Tonleiter.
Beim Wort Skala lohnt eine zweite Vorsicht: im Deutschen gehört es überwiegend nicht zur Musik. Skala meint Messskala, Statistikskala, Nominal- und Ordinalskala; die musikalische Bedeutung ist ein Sonderfall aus der Jazzsprache. Für alles außerhalb des Jazz ist Tonleiter das treffende Wort.
Der Griff einen Halbton höher
Niemand lernt die alterierte Tonleiter als eigenes Muster. Die Arbeitsregel ist ein Satz: über einer Dominante melodisch Moll einen Halbton über ihrem Grundton spielen. Über G7alt also as-Moll melodisch. Mehr ist es nicht, und das ist der Grund, warum melodisch Moll in fünf Lagen mehr wert ist als jeder einzelne seiner Modi.
Die Rechnung geht auf: as-Moll melodisch ist as b ces des es f g; von g aus gelesen ergibt das g, as, b, ces, des, es, f — Grundton, ♭9, ♯9, Terz, ♯11, ♭13, ♭7. Jede Alteration da, nichts fehlt, nichts zu viel.
Die praktische Warnung betrifft die Auflösung, nicht den Fingersatz. Die Tonleiter ist konstruktionsbedingt gespannt, funktioniert also über der Dominante und hört in dem Moment auf zu funktionieren, in dem der Akkord wechselt. Wer den Klang mag, hält ihn meist eine Zählzeit zu lang; erst das Landen auf einem Akkordton des Zielakkords lässt die Spannung absichtsvoll klingen.
Wo sie eingesetzt wird
Der Standardort ist die Dominante in der Moll-Kadenz II–V–I: Hm7♭5, E7alt, Am. Über dem E7 liefert die alterierte Tonleiter die größtmögliche Spannung vor der Auflösung, und weil das Ziel Moll ist, führen ♭13 und ♭9 ohne Bruch hinein — beide gehören ohnehin zur Zieltonart.
Über einer Dominante, die nach Dur auflöst, funktioniert sie ebenfalls, schärfer und heikler: die ♯9 gegen ein Durziel ist der Klang eines großen Teils des Post-Bop, und das ist eine Entscheidung, keine Voreinstellung. Über einer stehenden Dominante ohne kommende Auflösung klingt sie wie eine Übung — aus demselben Grund, aus dem harmonisch Moll über dem Tonika-Mollakkord so klingt.
Außerhalb des Jazz taucht sie überall dort auf, wo eine Dominante belastet wird: Fusion, ein Teil der Filmmusik und über die Überschneidung mit dem verminderten Klang auch Metal. Was sie nicht ist, ist eine Tonleiter für allgemeinen Gebrauch — jeder ihrer Töne ist durch den Akkord darunter definiert, und ohne diesen Akkord haben die Alterationen nichts, wogegen sie alteriert wären.
Häufige Fragen
Was ist die alterierte Tonleiter?
Der siebte Modus von melodisch Moll: 1 ♭2 ♯2 3 ♯4 ♯5 ♭7, gegen den Akkord gelesen also Grundton, ♭9, ♯9, Terz, ♯11, ♭13, ♭7. Von gis aus sind das gis a h c d e fis. Sie wird über alterierten Dominantseptakkorden gespielt.
Ist die alterierte Tonleiter dasselbe wie superlokrisch?
Ja, es sind zwei Namen für einen Tonvorrat. Superlokrisch beschreibt den Aufbau: lokrisch mit zusätzlich erniedrigter Quarte. Alteriert beschreibt den Akkord, dem die Tonleiter dient. Ein dritter Name, vermindert-ganztönig, beschreibt ihre beiden Hälften.
Wie spielt man sie auf der Gitarre?
Melodisch Moll einen Halbton über dem Grundton der Dominante spielen. Über G7alt also as-Moll melodisch — daraus ergeben sich genau Grundton, ♭9, ♯9, Terz, ♯11, ♭13 und ♭7 des Akkords. Ein eigener Fingersatz ist nicht nötig, wenn melodisch Moll in Lagen bereits sitzt.
Heißt sie auf Deutsch altered scale oder alterierte Tonleiter?
Beides ist üblich und die Messung zeigt für beide Schreibungen dieselbe Größenordnung; der englische Name kam mit der Akkordsymbolschrift des Realbooks. Zu beachten ist nur, dass Alteration in der deutschen Harmonielehre zusätzlich ein Verfahren meint — alterierte Akkorde, alterierte Subdominante —, das mit dieser Tonleiter nicht identisch ist.
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