Symmetrisch
Skalen in dieser Familie: 6
Eine symmetrische Tonleiter besteht aus einem sich wiederholenden Intervallmuster, das die Oktave in gleiche Teile zerlegt. Die Ganztonleiter schreitet ausschließlich in Ganztönen, die verminderten Leitern wechseln Halbton und Ganzton, die übermäßige wechselt kleine Terz und Halbton. Weil das Muster sich wiederholt, haben diese Leitern kaum Transpositionen und keine innere Tonika — und genau dafür setzt man sie ein.
Gleiche Teilung und ihr Preis
Teilen Sie die Oktave in sechs gleiche Schritte, und Sie erhalten die Ganztonleiter; in wiederholte Paare aus Halbton und Ganzton, und Sie erhalten die verminderten Leitern; in drei kleine Terzen mit Durchgangshalbtönen, und Sie erhalten die übermäßige. Jedes Mal kehrt dieselbe Figur zurück, bevor die Oktave zu Ende ist, und diese Wiederholung ist das bestimmende Merkmal der Familie.
Der Preis ist die Tonalität. Die Durtonleiter zeigt an, wo zu Hause ist, weil ihre Intervalle ungleich verteilt sind: Die Halbtöne wirken als Wegweiser. Nimmt man die Ungleichheit weg, verschwinden die Wegweiser. Jeder Ton der Ganztonleiter hat identische Nachbarn, also kann keiner wie eine Tonika klingen. Diese Leitern stiften keine Tonart, und Komponisten greifen genau wegen dieser Schwebe zu ihnen.
Der Tritonus, und warum er hier der Ursprung ist
Der Tritonus ist die kleinste symmetrische Teilung überhaupt: zwei Töne, genau eine halbe Oktave auseinander. Mittelalterliche Theoretiker nannten ihn diabolus in musica, im Jazz trägt er die Tritonussubstitution, und er ist der Grund, weshalb ein Dominantseptakkord überhaupt auflösen will. Alle Leitern dieser Familie enthalten ihn, und zwar mehrfach.
Daraus folgt ihr gemeinsamer Charakter. Wo der Tritonus in Dur und Moll eine Ausnahme ist, die zur Auflösung drängt, ist er hier der Normalfall — der Klang bleibt gespannt, ohne ein Ziel anzuzeigen. Das erklärt, warum diese Leitern in der Filmmusik für Traum, Schwerelosigkeit und Bedrohung stehen: Sie halten die Spannung, ohne sie einzulösen.
Es gibt nur eine Handvoll Transpositionen
Ganztonleitern existieren in der gesamten Musik genau zwei. Beginnen Sie auf c, erhalten Sie die eine; auf des, die andere; auf d sind Sie wieder bei der ersten. Die verminderten Leitern ergeben drei verschiedene Vorräte, die übermäßige vier. Olivier Messiaen hat diese Eigenschaft katalogisiert und die Leitern Modi mit begrenzter Transposition genannt.
Für Spielende ist das ein seltener Glücksfall. Ein gelernter Ganztonfingersatz deckt die Hälfte aller Tonarten ab, der zweite den Rest. Auf der Gitarre wiederholen sich die Formen alle zwei Bünde, bei den verminderten alle drei, sodass ein einziges Muster über das ganze Griffbrett gleitet, ohne sich je zu ändern.
Wo welche gebraucht wird
Die halbton-ganzton-verminderte Leiter ist die übliche Wahl über einem alterierten Dominantseptakkord, besonders mit kleiner oder übermäßiger None. Die ganzton-halbton-Variante passt auf den verminderten Septakkord. Die Ganztonleiter gehört zum übermäßigen Dreiklang und zur Dominante mit erhöhter Quinte; ihr Klang wird zuerst mit Debussy und dann mit der Filmmusik für Traum und Erinnerung verbunden.
Zu halten sind sie als Spannung innerhalb einer Verbindung, nicht als Material für eine ganze Passage. Ein Griff deckt fast ihren gesamten Jazzgebrauch ab: über der Dominante die halbton-ganzton-verminderte Leiter spielen und auf einem Akkordton des folgenden Akkords landen. Zwei Takte davon erklären den Sinn besser als eine Seite Übungen.
Eine Figur üben, die sich nie ändert
Weil das Muster sich wiederholt, bringt gewöhnliches Tonleiterüben hier fast nichts: Die Finger lernen eine Schleife ohne Anfang. Üben Sie stattdessen Sequenzen — Vierergruppen, die bei den verminderten in kleinen Terzen aufsteigen, Dreiergruppen bei der übermäßigen — und Sie erhalten das Vokabular, das aus diesen Leitern tatsächlich entsteht.
Am Klavier verlangt die Ganztonleiter einen Fingersatz wie keine andere, da schwarze und weiße Tasten unregelmäßig wechseln. Die meisten spielen 1-2-3-1-2-3 und nehmen in Kauf, dass es zunächst falsch wirkt. Das Durchhalten lohnt: Hier entspricht die Unbequemlichkeit des Fingersatzes genau der Fremdheit des Klangs.
Häufige Fragen
Was ist eine symmetrische Tonleiter?
Eine Leiter aus einem wiederholten Intervallmuster, das die Oktave gleich teilt: Ganzton-, verminderte und übermäßige Tonleitern.
Warum haben sie so wenige Transpositionen?
Das Muster wiederholt sich vor dem Oktavende, deshalb ergibt Transponieren denselben Tonvorrat. Es gibt zwei Ganzton-, drei verminderte und vier übermäßige Leitern.
Welche Leiter spielt man über 7b9?
Die verminderte Halbton-Ganzton-Leiter, beginnend einen Halbton über dem Grundton.